Offener Brief zur Shutdown-Politik: „Zeit, über Alternativen nachzudenken“

Mannheim/Schwetzingen, 26.03.2020

Aktuelle Shutdown-Politik: Es ist Zeit, über Alternativen nachzudenken!

„Schulen, Kitas und Geschäfte geschlossen, Ausgangssperren und Kontaktverbot: Die Bundesregierung hat drastische Maßnahmen beschlossen, um das Coronavirus einzudämmen. Die aktuellen Regelungen sind wichtig, um Risikogruppen zu schützen und unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Auf Dauer ist diese Corona-Politik, die pauschal alle Alters- und Risikogruppen gleich behandelt, aber brisant und gefährlich. Denn damit gefährden wir Risikogruppen sowie unseren wirtschaftlichen und kulturellen Wohlstand in Deutschland. Es ist höchste Zeit, eine Diskussion darüber anzustoßen und über Alternativen nachzudenken.  

Die ze:roPRAXEN sind der größte ambulante Gesundheitsversorger in der Metropolregion Rhein-Neckar. In 20 Praxen aus dem haus- und fachärztlichen Bereich behandeln wir jährlich rund 100.000 Patienten. Wir halten uns strikt an die Vorgaben der Bundesregierung zur Eindämmung des Virus, stoßen damit aber an unsere Grenzen. Über die normalen Lieferwege ist es derzeit nicht möglich an Schutzausrüstung für unsere Mitarbeiter zu kommen. Uns gelingt das nur über massive Eigeninitiative und indem wir Wucherpreise zahlen. Wir sprechen hier von Kleinstmengen, die in wenigen Tagen wieder aufgebraucht sind. So geht es nicht nur uns als ambulantem Gesundheitsversorger – auch Pflege- und Altenheime sind davon betroffen (bei Krankenhäusern scheint die Lage derzeit etwas entspannter zu sein). Mit fatalen Folgen: Die Mehrzahl der Kranken sowie pflege- und hilfsbedürftigen Menschen wird im ambulanten Bereich behandelt! Ambulantes medizinisches Personal, insbesondere Fachkräfte, die in der ambulanten Pflege tätig sind, haben täglich Kontakt mit Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen. Ohne Schutzausrüstung werden sie, die eigentlichen Helfer, zur potenziellen Gefahr für diese Risikogruppe.

Daher muss die Hauptanstrengung in den nächsten Wochen darauf liegen, Risikogruppen konsequent zu schützen und für sie spezifische Maßnahmen aufzusetzen, die das Infektionsrisiko minimieren bzw. gegen Null senken. Dafür sollten keine Kosten und Mühen gescheut werden. Gleichzeitig gilt es eine Strategie zu entwickeln, wie wir behutsam wieder soziales und wirtschaftliches Leben, und damit auch Nähe, Bildung und Kultur, zulassen können. Für die jüngere Generation stellt das Virus nach aktuellem Forschungsstand keine große Gefahr dar – das zeigen die milden Krankheitsverläufe. Es muss erlaubt sein, über den Aufbau einer Grundimmunität (Herdenimmunität) nachzudenken, wie das andere Länder, etwa Schweden, bereits machen.

Wir brauchen jetzt einen langfristigen Plan, wie es in zwei Wochen weitergeht. Und der sollte eine Alternative zu einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen sein. Denn der bisherige Weg führt uns auf lange Sicht ins Abseits.“

Prof. Dr. med. Peter Rohmeiß, Geschäftsführer der ze:roPRAXEN

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