Zum Weltnierentag: Wie beuge ich Nierenerkrankungen vor?

Mannheim, März 2019

Fachexperte Dr. Alexander Mandelbaum über häufige Ursachen und vorbeugende Maßnahmen

Auch in diesem Jahr erinnert der Weltnierentag am 14. März daran, wie wichtig die Nieren für unsere Gesundheit sind und was wir tun können, um uns vor chronischen Nierenerkrankungen zu schützen. Dr. Alexander Mandelbaum – Facharzt für Nephrologie (Nierenheilkunde) und Hypertensiologie (Bluthochdruckerkrankungen) bei den ze:roPRAXEN in Wiesloch – spricht über den Zusammenhang von Bluthochdruck, Diabetes und Nierenerkrankungen und die richtige Vorsorge.

Herr Dr. Mandelbaum, weshalb sind die Nieren so wichtig für unsere Gesundheit?

Die Nieren übernehmen viele lebenswichtige Funktionen in unserem Körper. Sind sie beeinträchtigt, wird unser Blut nicht richtig gefiltert. Somit werden Giftstoffe nicht ausreichend ausgeschieden und bleiben im Körper zurück. Das schädigt wiederrum die Organe. Auch die Blutbildung und der Knochenstoffwechsel werden negativ beeinflusst.

Was sind die häufigsten Ursachen für chronische Nierenerkrankungen?

Chronische Nierenerkrankungen können grundsätzlich Menschen aller Altersgruppen treffen und nehmen immer mehr zu. Allein in Deutschland sind zurzeit etwa neun Millionen Menschen betroffen. Als häufigste Ursache gelten bereits bestehende Grunderkrankungen, allen voran die beiden Volkskrankheiten Bluthochdruck und Diabetes. Ein zu hoher Blutdruck schädigt langfristig die kleinen Nierengefäße, während es bei Diabetes  zur regelrechten Verzuckerung bestimmter Eiweiße in den Nieren kommt. Weitaus seltener sind entzündliche Nierenerkrankungen, die durch Fehlfunktionen des Immunsystems hervorgerufen werden, oder Erbkrankheiten wie die Zystenniere.

Wie macht sich eine solche Erkrankung bemerkbar?

Chronische Erkrankungen der Nieren entwickeln sich langsam, oft über Jahre hinweg. Am Anfang haben Betroffene häufig noch keine oder wenig spezifische Beschwerden. Zum Beispiel können Wassereinlagerungen oder Bluthochdruck auf eine Nierenerkrankung hindeuten. Wenn die Nierenschwäche weiter fortgeschritten ist, kommt es oft auch zu Appetit-, Gewichts- und Leistungsverlust.

Und was könnten wir tun, um Nierenerkrankungen vorzubeugen?

Sind Schädigungen an der Niere einmal eingetreten, bilden sie sich bei den meisten chronischen Erkrankungen nicht mehr zurück. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass Patienten mit erhöhtem Risiko für eine chronische Nierenschädigung frühzeitig und regelmäßig zur Vorsorge beim Hausarzt gehen. Um Bluthochdruck und Diabetes und somit auch Schädigungen der Nieren vorzubeugen, empfiehlt es sich, auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten. Außerdem treten chronische Nierenerkrankungen seltener auf, wenn Diabetes und Bluthochdruck erfolgreich behandelt werden – das haben viele Studien in den letzten 30 Jahren gezeigt. Rauchen und Übergewicht fördern die schädigenden Einflüsse von Diabetes und Bluthochdruck zusätzlich. Deshalb sollte beides vermieden werden, damit die Schädigung der Nieren nicht weiter fortschreitet.  Außerdem sollten bestimmte nierenschädigende Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Ausreichend zu trinken ist ebenfalls wichtig um die Nieren zu schützen, nämlich etwa 1,5 bis 2,5 Liter pro Tag.

Wann ist es sinnvoll, einen Nierenfacharzt hinzuzuziehen?

In bestimmten Fällen sollten Patienten einen Nierenfacharzt aufsuchen, um abzuklären, ob eine Nierenerkrankung vorliegt – etwa wenn der Hausarzt erhöhte Nierenwerte im Blut oder eine erhöhte Eiweiß-Ausscheidung im Urin feststellt. Ist die Nierenfunktion bereits eingeschränkt, ist es wichtig, den Blutdruck und Blutzucker durch den  Haus- oder Facharzt medikamentös optimal einstellen zu lassen. Beides sollten Patienten im Anschluss regelmäßig selbst kontrollieren.

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