Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt – und stellt, wohl auch deshalb, das größte Gesundheitsrisiko weltweit dar. Anlässlich des Weltblutdrucktages am 17. Mai erklärt Prof. Dr. med. Bernhard Krämer, Facharzt der ze:roPRAXEN, im Experteninterview, warum regelmäßiges Messen so wichtig ist, welche Risiken häufig unterschätzt werden und was jeder Einzelne tun kann.
Im Fachärztlichen MVZ Bergstraße engagiert er sich unter anderem im Rahmen der internationalen Aufklärungskampagne „May Measurement Month“ aktiv für mehr Aufmerksamkeit und Früherkennung.
Herr Prof. Krämer, was genau ist Bluthochdruck – und ab wann wird er gefährlich?
Von Bluthochdruck sprechen wir, wenn die Blutdruckwerte dauerhaft bei 140 zu 90 mmHg oder höher in der Arztpraxis (bei der Selbstmessung liegen die Grenzwerte bei 135/85 mmHg) liegen. Problematisch ist, dass viele Menschen über Jahre hinweg erhöhte Werte haben, ohne es zu merken. Genau das macht die Erkrankung so gefährlich.
Warum wird Bluthochdruck oft als „stille Gefahr“ bezeichnet?
Weil er in den meisten Fällen keine Beschwerden verursacht. Betroffene fühlen sich häufig gesund, obwohl der Körper bereits Schaden nimmt. Erst wenn Folgeerkrankungen auftreten, wird das Problem sichtbar – dann ist es oft schon weit fortgeschritten.
Welche Folgen kann unbehandelter Bluthochdruck haben?
Unbehandelt kann Bluthochdruck zu schweren Erkrankungen führen, etwa zu Schlaganfällen, Herzinfarkten, Herzschwäche oder Nierenschäden. Er ist weltweit die häufigste Ursache vermeidbarer Todesfälle.
Wer ist besonders gefährdet?
Das Risiko steigt mit dem Alter. Aber auch Faktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Stress und Rauchen spielen eine große Rolle. Zudem gibt es eine genetische Veranlagung.
Wie oft sollte man seinen Blutdruck messen lassen?
Grundsätzlich empfehle ich, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren – mindestens einmal im Jahr, bei Risikofaktoren auch häufiger. Viele Menschen profitieren zudem davon, zu Hause selbst zu messen.
Was ist bei einer Blutdruckmessung zu beachten?
Wichtig ist, dass man vor der Messung 5 Minuten ruhig sitzt, nicht spricht und die Messung auf Herzhöhe erfolgt. Schon kleine Fehler können die Werte deutlich verfälschen.
Sie engagieren sich mit Ihrer Praxis beim May Measurement Month. Warum ist diese Aktion so wichtig?
Diese Initiative senkt die Hürde zur Blutdruckmessung erheblich. Viele Menschen lassen ihren Blutdruck sonst gar nicht kontrollieren. Durch die Aktion erreichen wir auch diejenigen, die bisher keinen Zugang zur Vorsorge hatten.
Welche Rolle spielt das Fachärztliche MVZ Bergstraße dabei?
Wir übernehmen eine zentrale Rolle bei der Datenerhebung in Deutschland. Die gesammelten Daten helfen, ein besseres Bild der Blutdrucksituation zu gewinnen und Präventionsstrategien gezielt zu verbessern.
Wie wird Bluthochdruck behandelt?
In vielen Fällen lässt sich der Blutdruck bereits durch Lebensstiländerungen senken – etwa durch mehr Bewegung, gesündere Ernährung (salzarme und „mediterrane“ Kost mit viel Obst und Gemüse) oder Gewichtsreduktion. Wenn das nicht ausreicht, kommen Medikamente zum Einsatz, die heute sehr gut verträglich und wirksam sind.
Was können Menschen selbst tun, um vorzubeugen?
Regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, wenig Salz, Stressreduktion und der Verzicht auf Rauchen sind entscheidend. Oft sind es kleine Veränderungen im Alltag, die eine große Wirkung haben.
Wenn Sie eine zentrale Botschaft vermitteln könnten – welche wäre das?
Warten Sie nicht auf Symptome. Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig und nehmen Sie erhöhte Werte ernst. Früherkennung ist der Schlüssel, um schwere Folgeerkrankungen zu verhindern.
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